Hier halte ich alle Interessierten auf dem Laufenden bezüglich allem Möglichen rund um meinen Freiwilligendienst in Kolumbien.

Viel Spaß beim Lesen =)

Montag, 30. Mai 2011

eine kleine tanzdemo

Hallo ihr Lieben,
ich habe ja schon erzählt, dass ich Tanzstunden habe und hier zeig ich mal eines der Ergebnisse. Man muss dazu aber sagen, dass es sich um eine Choreografie handelt, die noch nichtt so perfekt sitzt, aber na ja :)
Der Tanz nennt sich Porro und ist sehr typisch hier in Kolumbien.
Hinten tanzen Rebecca und Chko (unser Tanzlehrer) und vorne ich mit Damian (Bruder von Chko)
Viel Spaß :)

Freitag, 25. Februar 2011

Chronologisch rückwärts: Eine Reise nach Riohacha, die in Valledupar endete

Am 1.1.2011 haben wir ganz wunderbar von Rebeccas Gastmama zum Frühstück eingeladen und dann haben wir uns auf den Weg nach Riohacha gemacht. Wir sind also mit einem der kleinen Busse nach Santa Marta zum Busbahnhof. Wir fragten und fragten bei den verschiedenen Busgesellschaften nach ob sie nach Riohacha fahren, aber keine einzige fuhr am 1.1....also überlegten wir. Was tun wir denn? Dann fahren wir einfach nach Valledurpar war die Entscheidung, da wollten wir eh hin wenn auch eigentlich erst später. Das einzige Problem war, dass wir kaum mehr Geld hatten und weit und breit kein vernünftiger Geldautomat war. Von wegen DKB Geld abheben weltweit und kostenlos...weder Bancolombia noch..wie auch immer sie alle heißen funktioniert. Wir also zu so nem Schalter gegangen, da kam schon der Busfahrer auf uns zugestürmt: Wollt ihr nach Valledupar?? Steigt ein, steigt ein! Ich: Äääh, was kostet das denn? Er: 25.000 pro Person. Ich: Ooooh so viel haben wir nicht mehr, dann muss ich wohl erst nen Geldautomaten suchen. Er: Wie viel habt ihr denn noch? Ich: 40.000 Er: Ok, steigt ein.
fand ich lustig =)



das ist Valledupar so wie Oneiber es gemalt hat

Oneiber und Beatriz Elena

unser Zimmer
Das war lustig. Das einzige Problem war dann nur, dass wir in Valledupar ankamen ohne die geringste Idee wo wir eigentlich waren und ohne einen Peso. Zum Glück gibt es ja immer nette Polizisten, die führten uns zu nem Geldautomaten, der meine Karte leider mal wieder nicht akzpetieren wollte. Also suchten die netten Polizisten uns nen Taxifahrer, der uns zu nem Geldautomaten fuhr und dann zu dem Hostel, das uns in Taganga empfohlen wurde (zum Glück hatten wir irgenein Anlaufpunkt). Die Polizisten waren echt niedlich, haben sich das Nummernschild des Taxis aufgeschrieben (das machen die Leute hier so, welchen Sicherheitszuwachs das hat, habe ich bis heute nicht verstanden). Jedenfalls kamem wir dann beim Hostel an, mit Geld und wurden soo herzlich von Beatriz Elena empfangen, das war unglaublich. Sie hat uns rumgeführt und wir fühlten uns wie im Paradies! Wer also mal nach Valledupar fährt sollte unbedingt ins Hostel Provincia.

Ein paar Worte zu Valledupar: ist die Hauptstadt des Departamento Cesar im Norden Kolumbiens, ist eine der heißesten Städte Kolumbiens und Heimat des in Kolumbien sehr populären Vallenato (Musik- und Tanzstil), hat ca. eine halbe Million Einwohner und ist eigntlich absolut nicht touristisch. Ich weiß auch ehrlich gesagt absolut nicht warum ich unbedingt dort hin wollte, aber Rebecca ist mir auf jeden Fall gefolgt und wir haben es nicht bereut.
Am Abend haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht und das Ambiente dort genossen. Es hat so etwas dörfliches und die Menschen waren so unglaublich nett und freundlich.
Den nächsten Tag haben wir dann auch wieder ganz ruhig begonnen und der leibe Oneiber (was auch immer das für ein Name sein mag und ich bin mir auch nicht sicher ob ich es richtig geschrieben habe) hat mir einen Arzt ausfindig gemacht, weil mein Beinchen nicht wirklich gut aussah und ich das Gefühl hatte, dass ich nicht aufhören sollte Antiobiotika zu nehmen. Der Arzt hat nen kurzen Blick auf die Wunde geworfen und war der gleichen Meinung, netterweise wollte er kein Geld für den Termin, dafür habe ich die Apotheke vor Ort reich gemacht...jeden Tag 10 Tabletten, bäääh!

Später sind wir dann mit dem Fahrrad zum Fluss gefahren. Das tolle an dem Hostel war nämlich, dass es nicht nur Free Coffee sondern auch Free Bikes gab. Da es Sonntag war, war der Fluss sehr belebt, die einheimlichen Familen packen Oma, Opa, Kind und Kegel ein und verbringen den ganzen Sonntag am Fluss. Sie bringen auch riesige Töpfe und alles andere mit, was man so braucht um dort standesgemäß zu kochen.

 Die männliche Dorfjungend verbringt den Tag damit von einer Brücke zu springen.
Bildunterschrift hinzufügen     
Abends sind wir dann wieder durch Valledupar spaziert und wurden schon freudig begrüßt, wir waren bekannt, man wusste wo wir wohnen und woher wir sind- lustig. 
Der Plan für den Monatag, war urspünglich nach Riohacha zu fahren, aber es gefiel uns einfach so gut, dass wir bleiben wollten. Und so haben wir einen Ausflug nach Pueblo Bello gemacht, ein Dorf ein paar Studen von Valledupar entfernt. Rebecca und ich passten leider nicht ins gleiche Fahrzeug rein und so ist jeder für sich gefahren. Sie fuhr ca. eine Viertelstunde vor mir los, aber als ich in Pueblo Bello ankam, war sie irgendwie nicht da. Ich hab hektisch rumgefragt wo denn das andere Fahrezeug sei, konnte sie nicht anrufen weil ich kein Handy dabei hatte bzw. da eh kein Empfang gewesen wäre...und setzte mich dann irgendwann resigniert auf die Straße. Zum Glück kam dann auch endlich Rebe an und erzählte mir, dass sie noch irgendwelche Glasscheiben abliefern mussten...und ich hab mir Sorgen gemacht!

So wirklich was zu tun gibt es in Pueblo Bello nicht, die meisten Leute nutzen es als Zwischenstopp um in ein Indigena-Dorf weiter oben in den Bergen zu fahren. Wir sind also ein wenig durch die "Straßen" gestreift und es war irgendwie toll, alle Welt ist auf Eseln unterwegs, zwischendurch sieht man den ein oder anderen Arhuaco. Wir haben uns dort in ein kleines Cafe gesetzt und Kaffe getrunken, dabei haben wir die Hauptbeschäftigung der Kinder des Dorfes kennengelernt; Drachen steigen lassen.
 Es war sehr süß den Kleinen dabei zuzuschauen und ich habe dem Jungen auf dem Foto dann auch noch geholfen seinen Drachen zu perfektionieren und ihn schön zu dekorieren. Leider ist der Wind dort so stark, dass der er weggeflogen ist...

Kaffee der auf der Straße trocknet
Wir sind dann weiter durch die Gegend gestreift und haben die schöne Natur genossen und eigentlich weiß ich gar nicht mehr so genau was wir sonst noch gemacht haben. Auf jeden Fall waren wir dann ziemlich müde und sind zum Terminal zurück. Leider sagte die nette Frau uns dort, dass der nächste Transport schon voll sei und wir deshlab 1,5 Stunden warten müssten. Fanden wir nicht so super, aber na ja... Auf diesem Weg haben wir "Einstein" kennengelernt, ich weiß absolut nicht mehr woher er kam oder wie er hieß, aber er sah aus wie Einstein. Einstein musste dann leider ganz schnell wieder weg, weil er noch einen Platz im Transport bekommen hatte. Wie das Leben manchmal so will, kamen irgendwie zwei Leute nicht pünktlich und so bekamen wir (zusammen mit Einstein) noch ein Platz und waren glücklich. Zurück in Valledupar haben wir uns ausgeruht und über den nächsten Tag nachgedacht, denn es sollte ja nun endlich nach Riohacha gehen.

Noch eine kleine Anekdote zum Schluss: der liebe Oneiber (oder wie auch immer er hieß) war immer in der Nacht für das Hostel zuständig und da nachts nicht sonderlich viel zu tun ist, hatte er immer Zeit seiner Leidenschaft, dem Malen nachzugehen. So kam es, dass man jeden morgen ein neues kleines Kunstwerk bewundern konnte.

Mittwoch, 23. Februar 2011

Chronologisch rückwärsts: Weihnachten unter Palmen

Stellt euch nur vor, gerade wo ich gestern beschrieben habe wie schwer beschäftigt ich doch bin, habe ich heute den Morgen frei bekommen. Das war ein perfekter Zufall, denn ich habe mal schön verpennt und kam genau um 6.30 in die Schule, zu dem Zeitpunkt wo die Busse ankommen, also leicht gestresst...hab dann Juan Miguel nach oben gebracht und da erwartete mich die Lehrerin von Casita de Sol (Häuschen der Sonne, unsere Klasse für die Kinder mit Down-Syndrom). Sie hatte vor kurzer Zeit einen ziemlich schlimmen Unfall, sie wurde hier in der Bergen von einem Schwarm Bienen angegriffen. Das hört sich im ersten Moment eher lustig an, aber die arme Frau hatte mehr als 1000 Stiche und der Körper kann mit so viel Gift nicht umgehen. Jedenfalls geht es ihr jetzt wieder gut und sie kann wieder arbeiten. Sie ist noch neu an der Schule und kennt deshalb die Casita Kinder nochgar nicht wirklich, deshalb wird sie jetzt zwei Tage bei uns im Preescolar sein um sich an JuanMi zu gewöhnen bzw. er an sie und ich habe frei! Dann habe ich heute morgen auch noch von einem Kind ein Bild geschenkt bekommen und die Mutter eines anderen Kindes hat uns etwas von ihrem Geburtstagskuchen geschickt. Ach so nett hier alles =)
Abgesehen davon habe ich heute mein halbjähiges Jubiläum in Kolumbien! Könnt ihr euch das vorstellen? Es ging so schnell und andererseits habe ich schon soo viel erlebt und soo viel vom Land gesehen...sehr ambivalent die Zeit!

Gut, dann kommen wir jetzt mal zum eigentlichen Theme dieses Blogs: meine Weihnachtsreise an die Küste.
Jaa, mir hat es an der Karibikküste so gut gefallen, dass ich mir doch sehr gut vorstellen konnte da Weihnachten zu feiern und so bin ich mit der Gastfamilie von Rebecca, bestehend aus: Rebecca, Emi (ihre Gastschwester), Elena (Gastmutter) und Lars (Gastvater, ursprünglich auch Österreich), an die Küste gefahren. Gefahren ist falsch gesagt, wir sind geflogen aber dazu später. Wir haben den Heilig Abend einen Tag vorverlegt, weil wir am 24.12. morgens geflogen sind. Wir haben also schön gegessen (Pasta) und Rebecca und ich haben zum Nachtisch Bratapfel mit Karamelsauce gemacht. Dann gings ans Geschenke übergeben. Ich habe von Elena total süße Ohrringe bekommen und die Rebequita hat  mir auch ein tollen Geschenk gemacht, aber das Beste war wirklich, als Rebe kurz nach oben verschwand und dann mit einem dicken Paket wieder kam und meinte "Hier Luisa für dich" Ich hab überhaupt nciht verstanden was sie von mir wollte, habs einfach nicht begriffen...Ja, es war jedenfalls so, dass meine liebe Mama mit Rebecca Kontakt aufgenommen hat, damit sie für mich ein kleines (oder doch eher großes) Weihnachtspaket zusammenstellt. Ich habe mich uuuunglaublich gefreut.
Am nächsten Morgen gings also los zum Flughafen, wir hatten nen gutes Angebot gefunden und sind deshalb geflogen. Es ging mal wieder Medellin-Bogota (das 6. mal innerhalb eines halben Jahres, ich sollte anfangen Meilen zu sammeln) und dann Bogota-Santa Marta. Leider war es in Medellin sehr nebelig und so konnten wir nicht starten, weshalb wir natürlich in Bogota unsere Flug verpasst haben und 6 Stunden auf den nächsten warten mussten. Zum Glück ist Rebeccas Gastfamily sehr aktiv und so sind wir mit den Taxi ins Zentrum Bogotas gefahren, waren frühstücken und haben ein bisschen Tourikram gemacht.
Mein Eindruck von Bogota war: groß, recht grau, kalt, Großstadt halt...dieses kleine Viertel in der Innenstadt "La Candelaria" wo wir waren, war wirklich schön, der Rest wirkte nicht sonderlich einladend auf mich...
Hier ein paar Impressionen:

Emi, ich, Rebe am Plaza Bolivar vorm Palacio de Justicia



Soo, das war also unser kurzer Ausflug nach Bogota!


Dann ging es weiter nach nach Santa Marta. Und von da aus nach Taganga. Taganga liegt nicht weit von Santa Marta und wird aus Fischerdörfchen beschrieben. Na ja, ein Firscherdörfchen ist es nun wirklich nicht mehr. Rebe und ich haben eher einen kleinen Kulturschock bekommen, da waren plötzlich so viele Europäer und Amerikaner, man sah kaum Kolumbianer...seltsam!
Wir hatten ein tolles kleines Hostel direkt am Strand. Hier der Ausblick von unserem Balkon:




Irgendwie wollte obwohl es Heilig Abend war nicht so wirklich Weihnachtsstimmung aufkommen. Rebecca und ich wünschten uns ungefähr alle fünf Minuten frohe Weihnachten und mussten lachen, weil es so irreal schien. Leider hat es dann extrem angefangen zu regnen...trotzdem haben wir standesgemäß Pizza und Pasta gegessen, damit auch wirklich mal Weihnachtsfeeling aufkommt...


Den nächsten Tag haben wir glaube ich am Strand verbracht und den Tag darauf sind wir nach Santa Marta gefahren um ein paar Besorgungen zu machen. Ich wollte unbedingt einen Reiseführer, weil ich meinen schlauerweise zu Hause in Medellin vergessen habe. Auch das musste natürlich dokumentiert werden:

Dann sind wir einen Tag nach Minca gefahren, Minca ist ein kleines Dörfchen in den Bergen oberhalb von Santa Marta. Was wir da wollten? Moos gucken, Elena war dort mit Lars auf ihrer Hochzeitsreise und wollte unbedingt wieder dieses Moos sehen. Dafür sind wir dann schätzungsweise 2 Stunden in die Berge gefahren. Das lustige war, dass wir zur "Bushaltestelle" gekommen sind, Bushaltestelle in Anführungsstrichen, weil das einfach in irgendeiner Straße ist wo an einer Hauswand dann Minca steht. Es gab jedoch gar keine Busse sondern einfach Leute aus Minca, die mit ihrem Auto hoch und runter fahren. Also haben wir uns in ein kleines Autochen gequetscht, wir waren ja schließlich 5 + Fahrer und los gings. Das Ganze gestaltete sich schon etwas schwierig, weil man sich nicht an die Türen lehnen konnte, weil man Angst hatte, dass sie aufgehen...das ganze Gefährt war eh eher klapperig. Ja, dann geschah auch was geschehen musste und mittem im Nirgendwo ging der Motor aus und wollte auch nicht wieder anspringen...deshalb:


... war schieben angesagt!
So, genug für heute morgen gehts weiter!

Und weiter gehts...
Wir schieben also das Taxi und zum Glück ist es dann auch doch wieder angesprungen und hat uns bis nach Minca gebracht. In Minca angekommen, war die Frage, was wir denn jetzt dort eigentlich tun wollen und nach langem Hin und Her beschlossen wir das Angebot der Mototaxistas (Mototaxi= Taxi nur auf einem Motorrad) anzunhemen und noch weiter hoch in die Berge zu fahren um auch endlich das Moos zu sehen.

Die Fahrt war ziemlich ruckelig und voran kam man nicht wirklich, weil die "Straße" sehr steil war. Straße konnte man das wirklich nicht nennen, auf mich wirkte es eher wie ein Wanderweg, aber ich war froh diese Steigung nicht hochwandern zu müssen.


Leider ist mir dann was ganz Dummes passiert...irgendwie ich weiß nicht wie bin ich mit meinem Bein an den Auspuff gekommen (der wohlbemerkt keinerlei Schutz hatte und tierisch heiß war, weil wir uns da ja die Berge hochgekämpft haben). Ich hab das erst gar nicht so ernst genommen, war nen kleines Pieken und gut, als ich dann allerdings auf mein Beinchen geschaut habe, hatte ich eine handtellergroße Verbrennung, die nicht gut aussah. Jaa suuper und das natürlich in den Bergen über 3 Stunden von der nächsten Apotheke oder Arzt entfernt...Wir fuhren also weiter, hat auch gar nicht so weh getan und kamen bei einem kleinen Vogelreservat an. Ich also rein um zu fragen ob sie zufällig nen erste Hilfe Kasten haben. Hatten sie zum Glück auch und ich wurde nett verarztet. Dieses Reervat war von irgendeiner amerikanischen Stiftung und wurde von zwei sehr netten Engländern geführt mit denen wir uns gleich angefreundet haben. Sie haben uns ein wenig von ihrer Lebensgeschichte erzählt und uns auf einen Kaffee eingeladen, den ich wirklich gut gebrauchen konnte nach dem Schreck. Das tolle an einem Vogelreservat sind die Vögel! Gut, wir sehen hier auch oft Kolibries usw. aber die dort waren toll. Die haben auch mal still gehalten, damit man ein Foto machen kann.


die coolste Kolumbienkarte, die ich bisher gesehen habe


Nach meiner Veraztung haben wir dann ein wenig die Wälder erkundet auf der Suche nach Moos und Brüllaffen (was auch immer Brüllaffen sein mögen, wir haben sie auf jeden Fall nicht gefunden). Nach dem Spaziergang sind wir zurück nach Minca gefahren, oder besser gesagt haben uns fahren lassen und wir hatten ziemliches Glück, weil wir noch vor dem Regen angekommen sind. Hätte es wirklich angefangen zu regnen, keine Ahnung was wir gemacht hätten. Mein netter Mototaxista, der ein extrem schlechtes gewissen hatte, weil ich mich verbrannt habe, meinte, dass man dann auf jeden Fall nicht weiterfahren kann, weil es zu gefährlich ist. Nee, nee diese Sandwege mit riesigen Steinen, die sich durch Regen in kleine, reißende Flüsse verwandeln auf nem Motorrad runter...danke, darauf habe ich nur zu gern verzichtet.
Wir kamen dann erst gegen Abend wieder in Santa Marta an, wo wir mir eine Apotheke suchten um mein armes Bein zu behandeln, was ehrlich gesagt gar nicht so wirklich weh tat, aber ich dachte mir: sicher ist sicher.
verwunschene Nebelwälder- manchmal fühlt man sich wie im Märchen

Am nächsten Tag habe ich dann überlegt ob ich eigentlich einen Arzt aufsuchen sollte oder nicht und kam zu der Entscheidung, dass ich ja ganz gern noch einen schönen Urlaub verleben möchte, der ja auch gerade erst begonnen hatte. Ach ja, Kolumbien ist manchmal toll, da gibt es doch wirklich so Touriärzte, die ins Hostel kommen und dich dort auch der Couch verarzten. Leider hat der mir Antibiotikaspritzen verschrieben und so durfte ich jeden Morgen ins Centro de Salud dackeln und mich spritzen lassen. Manchmal hatte ich Glück und da war eine nette Krankenschwester, die Spritzen vorsichtig gesetzt hat und mir vorsichtig die Wunde gesäubert hat, manchmal hatte ich eher Pech und geriet an eine böse, alte Krankenschwester mit bunten Spritzem auf ihrem Kittel, die mir die Spritzen so mies setzte, dass ich den ganzen Tag nicht mehr sitzen konnte und mir meine Wunde säuberte, als wären auch alle meine Nerven mitverbrannt. Das war auf jeden Fall nervig, aber scheinbar nötig, denn trotz dieser überaus netten Behandlung und Antibiotika infizierte und entzündete sich mein Beinchen :( Was aber vielleicht auch daran gelegen haben kann, dass ich mich nicht wirklich geschont habe. Beispielsweise war ich mal wieder im Parque Tayrona!

Der Ausflug in den Parque Tayrona war natürlich Pflicht, weil Rebecca ihn ja noch nicht kannte. Wir sind gaaanz früh morgens hingefahren. Wir sind um, ich glaube 4.30 aufgestanden, ich musste mir ja vorher auch noch meine Spritze abholen. Wir, das waren: zwei Freiwillige aus Ecuador, die wir ein paar Tage zuvor kennengelernt hatten, Jonas + Freundin, Ella + Freund (die beiden Freiwilligen aus Bogota), Emi, Rebe und ich. Ich hoffe ich habe niemanden vergessen, wenn doch: ist nicht böse gemeint! Wir sind also in nen klapprigen Bus gestiegen und losgefahren. Am Eingang vom Parque hatten wir dann erst ein paar Probleme mit Polizisten, die unsere Taschen durchforsteten nach verbotenen Dingen wie großen Kameraobjektiven und dann wollten die am Eingang unsere Passnummern haben und nicht jeder hatte seinen dabei. Abgesehen davon habe ich mich mal wieder darüber aufgeregt, dass Kolumbianer weit aus weniger bezahlen als Ausländer. Dann ging der Marsch los. Das lustige war, dass ich den Weg eigentlich schon mal gelaufen war, er dieses mal aber ganz anders aussah. Das liegt wohl daran, dass es so viel geregnet hat und sie deshalb ständig die Wege ändern müssen. Ich kam irgendwie nicht so schnell voran, weil ich ständig Angst hatte, dass mir irgendewas in die Wunde kommt (man soll Verbrennungen ja nicht abdecken) und plötzlich waren Rebe und ich allein. Die anderne waren verschwunden. Normale Reaktion: Handy raus, anrufen...Pustekuchen! Im Parque Tayrona hat man keinen Empfang...also blieben wir allein und schlugen uns durch die Wildnis um an den Strand zu gelangen. Ich habe dann zwischenzeitlich überlegt warum ich überhaupt mitgegangen bin, weil ich ja eh nicht ins Wasser konnte und wanden mit nem Loch im Bein auch nicht was Wahre ist, besonders weil ich glaube ich zwei Flüsse durchqueren musste, wobei ich das Bein ja eigentlich trocken halten sollte.
Nach 3 oder 3,5 Stunden kamen wir dann endlich, vollkommen fertig am Ziel an und hatten tierischen Hunger.
unser kleines Bötchen
Wir haben also schön gegessen und Rebe hat ein wenig das Meer genießen können, obwohl man sagen muss, dass das Meer an diesem Tag etrem unruhig war und sie deshalb nicht rauchschwimmen konnte, weil das wirklich gefährlich sein kann. Da tauchte ein echter Engel auf. Ein Mann der sagte: In 10 Minuten fährt ein Boot nach Taganga ab, wer will mit??? Rebe und ich schauten uns an und dachten uns: koste es was es wolle, wir wollen mit um uns den Rückmarsch zu ersparen. Leider war es auch ziemlich teuer (20€ pro Person) und so viel hatten wir auch gar nicht mit, aber das musste ja keiner wissen. Wir also: WIR! WIR! Wir waren so begeistert von der Idee nicht wieder wandern zu müssen, dass wir irgendwie verdrängt haben, dass die Wellen so hoch waren an diesem Tag...Na ja, wir also rein ins Boot, ich habe mich auf Grund der Wellen mal wieder schön hingepackt und hab am Bein geblutet, reicht ja nicht, dass man ein misshandeltes Bein hat, das andere soll ja nicht vernachlässigt werden...Wir schipperten dann da rum, aber der Motor wollte nicht anspringen, nach ca. 15 Minuten hatten sie dann das Problem geregelt und das Abenteuer begann. Der Captain sagte: Haltet euch gut fest! Und das war nötig, die Wellen waren bis zu 3,5 Meter hoch und die fahrt ähnelte doch einer Achterbahnfahrt als einer gemütlichen Bootstour. Unsere Mitreisenden, eine sehr lsutige Gruppe von Iranern, die in Amerika leben, amüsierte sich herrlich. Es war auch irgendwie lustig, aber ich war mir immer nicht so sicher ob ich eigentlich lachen oder um mein Leben bangen soll. Als wir wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten war ich auf jeden Fall glücklich. Rebe ist schnell ins Hotel gerannt um Geld zu holen, damit wir das Boot bezahlen konnten und dann haben wir uns ausgeruht. Ich war fertig und das wo doch der Silvesterabend folgte! 
Rebequita und ich haben uns ein tolles Essen bei unserem Lieblingitaliener gegönnt, wo die Küche und alles sehr improvisiert ist, aber mit Liebe gekocht wird. Und sind dann ins "Casa de Felipe" gegangen, wo man immer nette Leute trifft. Später haben wir uns dann wieder mit den anderen Freiwilligen getroffen. Und stellt euch vor, ich habe Schornsteinfeger in Zunfttracht gesehen, da stiegen plötzlich fünf von denen aus nem Taxi. Fand ich lustig. Ich war an dem Tag auf jeden Fall total fertig und bis um 1 ins Bett gegangen. Ich glaube das war das ruhigste Silvester, das ich je hatte. Wobei man auch anmerken muss, dass hier in Kolumbien Silvester eher familiär gefeiert wird und nicht die große Party ist. Feuerwerk ist hier auch nicht so angesagt. Ich war auf jeden Fall glücklich als ich im Bett lag!

Ein Esel am Strand








 


so sahen die Wege aufgrund der Regenfälle aus
 
man begegnet immer mal wieder einem oder einer ganzen Horde beladener Pferdchen, denn die Strände sind nur zu Fuß oder mit dem Boot zu erreichen
und ab durch den Fluss, hier waren wenigstens Sandsäcke, bei anderen hieß es Schuhe aus und durchwaten!

Montag, 21. Februar 2011

Was war denn da los?

Ja, was war denn da los? Da stand mein Blog irgendwie ziemlich lange Zeit still...ich kann euch leider auch gar nicht wirklich sagen, wie es dazu kam, aber irgendwie hatte ich weder Zeit noch Muße. Aber ich will versuchen es Stück für Stück nachzuholen, damit ihr an meinen tollen Erlebnissen teilhaben könnt. Kurz mal die wichtigsten Ereignisse:
Klassenfahrt Nr. 2: Ich war im Amazonas und es war toll. Wir haben immer in comunidades indigenas geschlafen, was gewöhnungsbedürftig aber interessant war.

Große Ferien: Ich hatte über Weihnachten 6 Wochen frei. Da war ich einerseits auf dem Kinofestival in Santa Fe de Antioquia und dann bin ich mit meiner lieben Freundin Rebecca an die Küste gefahren. Wir waren in: Santa Marta, Parque Tayrona, Taganga, Valledurpar, Riohacha und beim Cabo de la Vela. Leider habe ich mir eine ziemlich große Verbrennung am Bein zugezogen, als wir auf Motorrädern durch die Berge gefahren sind, weshalb ich recht viel Zeit in Centros de Salud bzw. bei irgendwelchen Ärzten oder bösen Krankenschwestern mit riesigen Spritzen zugebracht habe. Na ja.. ansonsten war es eine tolle Reise!

Neues Schuljahr: Neues Schuljahr, neuer Stundenplan neue Aufgaben... ich habe auf jeden Fall genug zu tun, über Langeweile kann ich mich nicht beschweren. Mein Tag beginnt jeden Tag aufs Neue um 5.15h duschen, fertigmachen, Käffchen trinken und dann um 6.10h los, dann komm ich in der Schule an check kurz meine Mails und geh runter zum Eingang und warte auf die Schulbusse, die um 6.30h ankommen. Wir haben ja 4 Kinder mit Down-Syndrom und der Kleinste, Juan Miguel, braucht sehr viel Aufmerksamkeit. Meine Aufgabe ist es ihn abzuholen und dann mit ihm in den Kindergarten zu gehen. Jetzt nach zwei Wochen klappt das auch schon ganz wunderbar. In der ersten Woche hatte ich da schon so meine Problemchen. Beispielsweise hat er sich einen Tag einfach auf den Weg gelegt und wollte absolut nicht wieder aufstehen. Suuper..aber jetzt hört er ja gkücklicherweise auf mich und das ist wirklich eine Errungenschaft, denn in der ganzen Schule gibt es nur 3 Personen auf die er hört und eine davon bin nun ich :)
Also, dann komme ich mit Juan im Kindergarten an und bleibe da auch bis um 9h. Momentan haben wir Feldbau-Epoche, das ist soo unglaublich niedlich wie die Kleinen unser Äckerchen bestellen. Es sind momentan 11 Kinder und die arme Catalina ist ganz allein und kann meine Hilfe deshalb gut gebruachen, außerdem sind die Kinder sooo süß!
Also dann ist es 9h und ich esse die Mediamanana (so was wie nen zweites Frühstück) mit der ersten Klasse. Das ist sehr schön, dass ich auch ein wenig Zeit mit ihenen verbringe, weil sie waren ganz traurig als sie mitbekommen haben, dass ich wieder im Kindergarten (es ist übrigens nicht wirklich ein Kidnergarten sondern eigentlich eher ne Vorschule oder halt ne Mischung aus beidem) bin jetzt wo sie in der 1. sind. Sie waren dann ganz glücklich, dass ich wenigstens die Mediamanana mit ihnen esse. Nach der Mediamanana um 9.30 gehts dann mit dem Englischunterricht los, ingesamt 21 Stunden. Drei Stunden mit der 10. Klasse wo ich meine eigene Teilungsgruppe habe und ansonsten bin ich meist für die krativen und spielerischen Impulse zuständig, abegesehen davon, dass ich mit den Schülern, die schon gut Englisch können gesonderten Unterricht mache und den auch vorbereite bzw. die Schüler, die extrem langsam arbeiten oder nicht verstehen versuche wieder auf den Weg zu bringen. Um 12h essen wir Mittag, was ich auch mit den Kleinen tue, weil einige da ein wenig Hilfe brauchen und es auch manchmal mit Juan Miguel nicht ganz so leicht ist.
Um 14h ist dann der Unterricht vorbei und die Kinder, die nicht gerade Putzdienst haben gehen hoch und lesen eine halbe Stunde bis die Schulbusse kommen. In dieser halben Stunde beaufsichtige ich die dritte Klasse. Da habe ich wirklich Glück, weil die so ruhig sind und immer brav lesen. Kurz bevor die Busse kommen renne ich dann schnell das Hügelchen herunter und empfange die Kindergartenkinder und helfe Catalina dabei sie sicher in die Busse bzw. zu Eltern oder Geschwistern zu bringen. Dann haben wir von 14.30-15h unsere Lehrerversammlung. Und so sieht jeder Tag aus. Ein ganz schönes Hin und Her kann ich nur sagen, es bleibt noch zu erwähnen, dass man zwischendurch natürlich Aufsicht hat oder das Lehrerzimmer putzen muss, dann natürlich die Gespräche mit den Klassenlehrern über auffällige Schüler usw. usw. Man ist immer in Bewegung. Das Blöde ist wirklich, dass ich in der Schule absolut keine Zeit finde, den Unterricht vorzubereiten, deshalb muss dass immer am Nachmittag oder am Wochenende sein. Das gestaltet sich allerdings auch immer etwas schwierig, weil...


Deutschunterricht: Ja, das ist ganz toll, ich habe ganz wunderbar viele super motivierte Deutschschüler. Es macht wirklich Spaß ihnen Unterricht zu geben, doch irgendwie waren es plötzlich so viele...insgesamt sind es mittlerweile 14 und es sind 16 Stunden Unterricht, die ich die Woche gebe. Wie das zeitlich hinhaut?? Ja, das frage ich mich auch manchmal, prinzipiell nur dadurch möglich, dass ich von Montag bis Sonntag im Dienst bin und meine Freizeit auch sonst eher gering ausfällt. Aber es macht Spaß und ich finde es toll, Schüler und Absolventen meiner Schule sowie der anderen Waldorfschule auf ihren Freiwilligendienst in Deutschland vorzubereiten.

Tanzen: Das bisschen Freizeit was mir bleibt, verbringe ich eigentlich damit zu tanzen. Ich gehe mit Rebecca 2x die Woche zu einem Tanzkurs in Envigado. Der Ort wo wir das machen ist soo toll! Das ist ein Projekt von einer Lehrerin von Rebeccas Schule, da kann man alle möglichen Kunstkurse machen bzw. alles was mit Kunst zu tun hat. Theater, Malerei, Literatur, Tanz und auch Sprachen. Das neueste Angebot ist der Deutschunterricht. Und ratet mal wer die Deutschlehrerin ist?? Natürlich ich!
Unser Tanzlehrer ist auch total toll und wir lernen viel.

Ja und ganz nach dem Motto wer viel arbeitet, muss sich auch viel gönnen lebe ich momentan und genieß die Wochenenden immer sehr (auch wenn ich Samstag und Sonntag Deutschunterricht gebe)!

Pläne: Was so in nächster Zeit ansteht ist zunächst das Zwischenseminar der Freunde, das in Cali und Medellin stattfinden wird. Rebecca und ich waren einfach mal so dreist zu fragen ob wir nicht ein paar Tage Urlaub bekommen können damit wir ein paar Zwischenstops machen können auf dem Weg nach Cali und es wurde uns bewilligt. Also geht es Anfang März durch die Kaffeezone nach Cali. Über Ostern kommen meine Eltern, worauf ich mich schon sehr freue und wir werden wohl nach Cartagena fahren und...ja den Rest muss ich mir noch überlegen. Im Sommer will ich dann an die Pazifikküste bevor ich mich dann auf den Rückweg nach Berlin mache.

So ihr Lieben so weit, so gut. Jetzt seid ihr erstmal wieder auf dem Laufenden und ich werde versuchen die anderen Ereignisse nachzuholen!

Freitag, 5. November 2010

Fotopost: St. Marta






Da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte, werd ich einfach ein kleines Best-of der Fotos jedes Tages einstellen.

1. Tag: Anreise und Fotos der Reserva in der wir gewohnt haben

Flughafen St. Marta

La Reserva mit Pool



abendliches Lagerfeuer mit Spielchen







2. Tag: eine wunderschöne Wanderung (die leider etwas zu lang wurde) durch den Nationalpark Tayrona zu einem indigenen Dorf und anschließend Genuss der Strände des Nationalparks









Kogui-Hütte

Weg, den die Indigenen gebaut haben, so ging es 2 Stunden bergab- oft nur über rutschige Steine mit tiiieeefen Abgründen, abendteuerlich!





nach ca. 6 Stunden Wanderung sahen wir endlich das Meer!




und nach 2 weiteren kamen wir dann auch endlich mit schmerzenden Füßen und von oben bis unten dreckig an!

hat sich aber auf jeden Fall gelohnt- es war zu schön!



da übre die Steine ging der Weg zum nächsten Strand lang.

3. Tag: da waren wir in einem Aquarium und am Playa Blanca










4. Tag: da sind wir durch einen Fluss zum wunderschönen Wasserfall quebrada Valencia gewandert und sind dann nach Buritaca Kanu fahren












5. Tag: St. Marta, Quinta de San Pedro (dort ist Simon Bolivar gestorben) und Rodadero








6. Tag: Abreise


war aber auch Zeit zum Chillen =)