Hier halte ich alle Interessierten auf dem Laufenden bezüglich allem Möglichen rund um meinen Freiwilligendienst in Kolumbien.

Viel Spaß beim Lesen =)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Die Polizei, dein Freund und Helfer in Santa Fe de Antioquia

So, hier folgt der Bericht über Santa Fe de Antioquia!

Am Montag war hier Feiertag und so haben Rebecca und ich beschlossen ein wenig Antioquia zu erkunden. Nach kurzen Überlegungen kamen wir darin überein nach Santa Fe zu fahren, weil wir schon von vielen Seiten gehört hatten, dass es sehr schön sein soll und außerdem ist es nur 80km von Medellín entfernt.

Am Montag sind wir also früh aufgestanden und zum Terminal Norte gefahren, dem hiesigem Beusbahnhof, der am anderen Ende der Stadt liegt. Ich habe mich sehr auf die Infos aus meinen Reiseführer verlassen, denn wir hatten keine Ahnung ob der Bus wirklich von dort aus fährt bzw. mit welcher Gesellschaft wir fahren müssen oder wann der erste Bus fährt...einfach mal kopfüber ins Ungewisse.
Am Busbahnhof angekommen waren wir kurzzeitig veriwrrt, weil es ca. 100.000 verschiedene Busgesellschaften gibt und wir-wie schon erwähnt- nicht wussten welche uns nach Santa Fe fährt. Zum Glück stand da ein netter Info-Mann rum, der uns sagte wo wir hin mussten und schon hatten wir unsere Tickets in der Hand. Für 8.500 COL (so ca. 4€) fuhren wir dann in erstaunlich schnellen 1,5 Std. bis Santa Fe.
Ich muss schon sagen, dass ich ein bisschen stolz auf uns war, dass wir das so vollkommen problemlos hinbekommen haben. Die Busfahrt war wie immer abendteuerlich, die Autobahnen hier sind auf jeden Fall ausbaufähig, wenn ihr versteht was ich meine ;)

In Santa Fe gingen wir erstmal auf den Plaze Mayor um einen Kaffee zu trinken und sahen dann auch eine Touristeninformation, die uns sehr gelegen kam. Leider war diese geschlossen, aber als wir uns etwas ratlos umsahen kam ein netter, junger Polizist und fragte uns ob er uns behilflich sein kann. Also fragte ich ihn wann und ob die Touri-Info heute noch aufmacht. Er war sich nicht so sicher und wollte wissen, was wir denn bräuchten. Ich wollte gern eine Karte haben, da meinte er gleich: Kein Problem, ich habe eine in der Polizeistation, die leih ich euch gern und wenn ihr fertig seid dann hinterlegt ihr mir die da einfach wieder. Das fanden wir seehr nett von ihm.
Dann begannen wir unseren Streifzug durch das kleine Städchen, das für seine kleinen, kopfsteinbepflasterten Straßen mit bunten Häusern im Kolonialstil bekannt ist. Es gibt außerdem unglaublich viele Kirchen, man fragt sich wofür die so viele Kirchen brauchen?





Nach dem anstrengenden Marsch, es war extrem warm, gönnten wir uns einen schönen großen Mangosaft. Oh ich weiß jetzt schon, dass mir der Saft hier fehlen wird. Wir bekamen dann auch Hunger, schauten uns mal wieder um und schwupp, da war Diego (der Polizist) wieder. Wir bedankten uns herzlich und fragten bei der Gelegenheit gleich mal ob er uns nicht einen Ort zum Mittagessen empfehelen kann. Das konnte er natürlich, doch irgendwie konnten wir uns nicht so recht entscheiden und haben letztlich eine leckere Empanada an so nem Straßenstand gegessen. Es war schon lustig, immer wenn wir ratlos waren tauchte plötzlich dieser Polizist auf...

Und dann kam das worauf wir uns den ganzen Tag schon gefreut hatten: die Fahrt im Mototaxi zur Puente Colgante de Occidente (Hängebrücke des Westens).
Mototaxi


Die Fahrt dauerte schätzungsweise nicht mal 10 Minuten, war aber echt lustog. Man sollte sich nur keine Gedanken um die Verkehrssicherheit dieser Gefährte machen, das könnte den Spaß mindern =) Diese kleinen Teile sind in der ganzen Stadt unterwegs.
Dann sahen wir schon die Puente de Occidente, sie ist 291 Meter lang und war damals als sie gebaut wurde (zwischen 1887 und 1895) die größte Hängebrücke Südamerikas und zudem die einzige Verbindung von Medellín über den Río Cauca. War schon beeindruckend darüber zu laufen und sich vorzustellen, dass diese Brücke schon vor über 100 Jahren gebaut wurde. Es war zwar ein wenig wackelig, aber man hatte einen schönen Ausblick. (Ich habe mich noch immer nicht daran gewöhnt in den Bergen zu wohnen und bin fasziniert davon, leider kommt die Landschaft auf den Fotos immer nicht so rüber, aber ich gebe mein Bestes!)
Ausblick auf die Brücke

richtig tourimäßig :)

der Boden der Brücke ist aus Holz, trug nicht sonderlich zum SIcherheitsempfinden bei...

schöner Blick auf den Río Cauca

die Brücke mit einem Mototaxi


Dann kamen wir wieder zurück zum Plaza Mayor und gönnten uns die lokale Spezialität: Tamarindensaft. Jaa, wenn man nur wüsste was Tamarinden sind...es ist eine Dattelart. Gehört das zum Allgemeinwissen? Oder bin ich die Einzige, die das nicht wusste? War auf jeden Fall ganz lecker, aber hat mich auch nicht vom Stuhl gehauen.
Gut gestärkt ging es dann zurück zum Busbahnhof, wo wir leider genau den Bus verpassten und eine halbe Stunde in der Hitze und in dem Lärm der Busse warten musste. Irgendwie war der Busfahrer dann auch der Meinung nicht losfahren zu wollen und mit unseren Hoffnungen spielen zu wollen, indem er den Motor schon an hatte und auch immer mal wieder aufs Gaspedal trat. Letztlich sind wir ca. 20 Minuten später abgefahren; Rebecca und ich sind fest davon überzeugt, dass es entweder davon kam, dasss wir das Universum innigst darum gebeten haben oder dadurch, dass wir es vor unserem inneren Auge realisiert haben, dass der Bus endlich losfährt...jaa, man muss sich ja irgendwie die Zeit vertreiben =)

Als wir dann in Medellín ankamen, haben wir uns fasr über den Regen gefreut und waren beide ziemlich erschöpft. Nach diesem tollen Tag habe ich ganz wundervoll geschlafen und weiß jetzt, dass wir in Santa Fe de Antioquia immer auf unseren Freund und Helfer Diego zählen können ;)

1 Kommentar:

  1. Erst die netten Busfahrer und jetzt noch Diego, du hast echt Glück ;-) Hört sich alles mal wieder sehr spannend an, obwohl mich schon der Gedanke an diese 100 Jahre alte Brücke erschaudern lässt, da hätten mich keine 10 Pferde raufbekommen. Ja Tamarinden kenne ich aus Kochrezepten, wie der Saft schmeckt will ich mir eigenrlich gar nicht vorstellen... aber nicht traurig sein, du kannst ja nicht alles wissen ;-) Drück dich, Celli

    AntwortenLöschen